Der Kachelofen hält Vorarlbergs Wälder fit

Von GDB • Jun 10th, 2010 • Thema: Top Thema

Landesrat Erich Schwärzler: „Mache mein Brennholz selbst!“

„98 Prozent der Bauernhäuser in Vorarlberg haben aus der Tradition heraus den Kachelofen als Wärmequelle und das ist gut für unsere Wälder.“ Das sagt im jüngsten KOV-Interview ein Spitzenpolitiker aus dem Ländle, der es wissen muss. Landesrat Erich Schwärzler verantwortet in der Vorarlberger Landesregierung eines der umfangreichsten Ressorts. Er ist nicht nur für Land- und Forstwirtschaft zuständig, für Natur-, Umwelt- und Gewässerschutz, Energieautonomie, Klimaschutz, Veterinärangelegenheiten, Tierschutz, Jagd, Fischerei, Wasser- und Abfallwirtschaft – sondern dazu auch noch für Inneres, Sicherheit und Integration. Der vormals langjährige Nationalratsabgeordnete gehört seit 1993 der Landesregierung an, kommt aus Lingenau und ist sowohl Kachelofen- als auch Waldbesitzer und schläft am Wochenende gerne einmal am Kachelofen ein.
Das jedenfalls sagte der 57jährige in einem weiteren Gespräch der Serie von Interviews mit Spitzenpolitikern aus den Bundesländern, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes seit Ende letzten Jahres geführt werden. Schwärzler schätzt auch das Hafnerhandwerk hoch ein.

Wörtlich sagt er: „Erfreulich ist, dass so seit fünf bis sieben Jahren der Kachelofen wieder neuen Einzug hält. Selbstverständlich auch in einer neuen Form. Deswegen hat auch das Hafnerhandwerk wieder eine Hochblüte erfahren und das ist wichtig, weil die Hafner ja auch in den ländlichen Regionen angesiedelt sind und so jungen Menschen die Möglichkeit bieten, eine Lehre zu machen und so auch regionale Wertschöpfung in unsere Gemeinden bringen.“

Als Grund dafür ortet der Landesrat die Tatsache, dass es gerade in Vorarlberg ganz viele Privatwaldbesitzer gibt. Es sei üblich, dass zwar ein Nachkomme den Hof übernimmt, aber der Wald dann auf drei, vier Kinder aufgeteilt werde. So hätten eben viele eigene Wälder, eigenes Holz und damit eigene Energiequellen. Das wiederum führt dazu, dass man wieder mehr auf den Wald schaut – dass er aufgeräumt und nachhaltig bewirtschaftet werde. Deshalb könne man auch mit Stolz sagen, dass der Vorarlberger Wald in guten Händen ist. Durch die Waldbesitzer und vor allem auch durch die Forstarbeiter.

Wer mit eigenem Holz heizt, pflegt seinen Wald.

Schwärzler zusammenfassend über das Holz und den Kachelofen: „Ich habe selber einen Kachelofen und habe selber einen Wald und mache trotz der knappen Zeit die ich habe, das Brennholz immer selber. Natürlich muss das Holz trocken sein. Meistens wird es ein Jahr früher geschlägert, dann zwischengelagert und bei guter Zeit – meistens zweiter, dritter Tag Steinbock – wird es in die Scheune gebracht und kann dann verfeuert werden. Meine Gattin ist ganz begeistert so einen warmen Kachelofen zu haben und auch ich genieße es hin und wieder am Wochenende am Kachelofen einschlafen zu können.“

Das Originalinterview sehen und hören Sie hier.

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