Den Wohnraum mit heimischen Produkten heizen und dabei sparen

Den Wohnraum mit heimischen Produkten heizen und dabei sparen

Der Kachelofen ist nicht nur ein vollwertiges Heizsystem, sondern auch wirtschaftlich und versorgungssicher. Er macht von Öl und Gas unabhängig, ist nachhaltig und schont die Umwelt.

Jeder der gerade dabei ist ein Haus zu bauen, umzubauen oder das bereits hinter sich gebracht hat, kennt die Qual der Wahl bei der Auswahl der Heizung. Heizsysteme mit den Primärenergieträgern Öl und Gas sind nach wie vor weit verbreitete und gebräuchliche Anlagen. Die Anbieter werben vor allem mit deren Zuverlässigkeit im Betrieb.  Dabei ist es aber eindeutig der Kachelofen, der die meisten Vorteile bietet.

Der Kachelofen wird mit heimischem Holz beheizt. Davon haben wir reichlich. Das schafft Versorgungssicherheit und spart jede Menge Kosten.

Der Kachelofen wird mit heimischem Holz beheizt. Davon haben wir reichlich. Das schafft Versorgungssicherheit und spart jede Menge Kosten.

Die fossilen Energieträger Öl und Gas entpuppen sich jedoch als unsicherste Variante. In den letzten Jahren wurde regelmäßig von Ölpreissteigerungen und Gasengpässen  berichtet. Erst kürzlich hat

Miller: Preise werden sich verdoppeln

Miller: Preise werden sich verdoppeln

Gazprom Chef Alexej Miller mitgeteilt, dass sich der Preis für Gas in den nächsten zwei Jahren verdoppeln wird. In der jüngsten Studie des renommierten Instituts Chatham House for Lloyds wird davon ausgegangen, dass im Jahr 2013 der Rohölpreis auf 200 U$ pro Barrel steigen könnte. Auch eine aktuelle Untersuchung der Oxford University sorgt für Unruhe: Die bisherigen Schätzungen über die globalen Erdölreserven sind demnach um ein Drittel überhöht. Bei uns kommt jetzt noch die anstehende Erhöhung der Mineralölsteuer dazu, die nicht nur die Autofahrer, sondern auch über 800.000 Ölheizer in unserem Land empfindlich treffen wird. All diese Meldungen schwirren einem im Kopf bei der passenden Auswahl des Heizsystems herum. Was ist nun eine passende Alternative zu Öl und Gas?

Holz ist eine heimische Energiequelle

Solarenergie oder Pellets sind weitere Schlagworte, die einem bei der Suche nach dem passenden Heizsystem unterkommen. Auf eine weitere regenerative und regionale  Energiequelle wird gerne vergessen: Heimisches Holz!

Unser Wald: Der Energielieferant vor der Haustür

Ein paar Fakten: 47 Prozent der österreichischen Staatsfläche bestehen aus Wald. Der heimische Waldbestand entspricht in etwa einer Milliarde Festmeter Holz. Jedes Jahr kommen etwa 30 Millionen Festmeter dazu. Abgeholzt werden hingegen nur rund 20 Millionen Festmeter: für Bauholz, Grundprodukte,  industrielle Verwertung oder Energieholz. Holz ist eine versorgungssichere Energiequelle – und sie macht uns unabhängig von Öl- und Gas-Importen und enormen Preisschwankungen.

Kachelofen als vollwertiges Heizsystem

Das bringt uns wiederum zum Kachelofen. Er bietet weit mehr als romantisches Feuer und angenehme Wärme und ist mehr als ein attraktiver Beitrag zur Wohnraumgestaltung. Abseits all dieser „Wohlfühlfaktoren“ eignet sich der Kachelofen als Ganzhaus- oder Hauptheizung. Dabei wird ein Teil der Energie auf das Heizwasser übertragen, in einen Pufferspeicher geleitet und von dort – zum Beispiel über eine Wandflächenheizung – im gesamten Haus verteilt. Für ein modernes, gut gedämmtes Einfamilienhaus werden 8 bis 15 Kilogramm Holz benötigt. Aufgelegt werden müssen die Scheite maximal zwei Mal pro Tag.

Kachelofen in Passiv- und Niedrigenergiehäusern

Weit verbreitet ist die Meinung, wonach Kachelöfen in Passiv- und Niedrigenergiehäusern nicht einsetzbar sind. Dabei ermöglicht gerade diese moderne Bauweise den Einbau eines Kachelofens als Ganzhausheizung. In der Regel existieren in Passivhäusern keine direkten Wärmequellen, da die erforderliche Wärme direkt über die Lüftung zugeführt wird. Dies kann jedoch dazu führen, dass die Räume unterschiedlich temperiert sind – je nachdem, ob sich ein Raum im Zuluft- oder Abluftbereich befindet. Nun gibt es verschiedene Methoden diese Problematik zu beheben. Weit verbreitet ist der Einsatz von elektrischen Heizstrahlern. Damit wird jedoch die ökologische Sinnhaftigkeit des Hauses ad absurdum geführt.

Der Kachelofen: Heizsystem mit Schmusefaktor

Kachelofen drängt sich geradezu auf

Abgesehen davon liegt es in der Natur des Menschen, bei Kälte wahrnehmbare Wärmequellen aufzusuchen. Der Kachelofen drängt sich in diesem Fall geradezu als Alternative auf. Der Einsatz von zu 100 Prozent erneuerbarer Energie in Form von Biomasse ist gewahrt, und man verfügt über eine behagliche Wärmequelle. Außerdem haben die Bewohner die Sicherheit, selbst bei längeren Kälteperioden, Veränderung der Dichtheit des Hauses oder eventuellen Fehlplanungen und sogar bei Stromausfällen nicht im „Kalten“ zu sitzen. Natürlich muss die Heizleistung an den deutlich niedrigeren Heizbedarf angepasst werden, unabhängig davon, ob es sich um eine Einzelraumheizung oder um eine Ganzhausheizung handelt. Ebenso muss die Versorgung des Ofens mit Verbrennungsluft über eine externe Verbrennungsluftzufuhr gewährleistet sein. Dies kann auf unterschiedliche Arten erfolgen: durch Schächte im Fußbodenaufbau, Zuluftleitungen durch den Keller oder in den Schornstein integrierte Zuleitungen.

Eine Frage von Planung und Kommunikation

Zusätzlich ist die gegenseitige Beeinflussung von Kachelofen und Lüftungsanlage zu berücksichtigen. Weder in Niedrigenergie- noch in Passivhäusern existieren „bautechnische“ Barrieren, die gegen einen Kachelofen sprechen würden.

Es ist einzig und alleine eine Frage der Kompetenz des Hafners, der rechtzeitigen  Einplanung und der Kommunikation zwischen Kunde, Architekt, Rauchfangkehrer und Hafner, die das Funktionieren von Kachelöfen in Niedrigenergie- und Passivhäusern gewährleistet.