Der Kachelgrundofen, auch: Kachelofen, Grundofen, Grundkachelofen, Speicherofen oder der echte Kachelofen

Published on Mrz 23rd, 2011 by Kachelofenverband | 0

Der Kachelgrundofen heißt aufgrund seiner langen Speicherfähigkeit auch „Speicherofen“. Genau diesen Effekt verdankt er den ausgeklügelten Heizzügen und seinen keramischen Materialien.

Der Hafner ummauert den Mittelpunkt des Kachelofens, den Brennraum, mit Schamottsteinen. Vom Brennraum aus ziehen die Verbrennungsgase durch die Schamotte-Heizzüge und wandert diese langsam entlang, bis sie – maximal genutzt -, den Schornstein empor in das Freie gelangen. Die Züge aus Schamotte nehmen die Wärme langsam auf, speichern sie und geben diese langsam wieder ab. Auf diese Weise, strahlt der Kachelofen zwischen 8 und 12 Stunden Wärme ab und Sie müssen nur einmal pro Tag Holz nachlegen.

Grundofen: der pure OfenkörperInsgesamt besteht der Kachelgrundofen fast ausschließlich aus keramischen Teilen. Die einzigen Ausnahmen sind die Ofentür, die Hafnerklammern, der Rauchrohanschluss und gegebenenfalls eine Bodenplatte.

Die Wärme, welche die Schamotte an die Kacheln und den Raum abgeben, ist sehr speziell und macht den Kachelofen einzigartig: die Strahlungswärme! Die ausgestrahlte Wärme (über-) hitzt dabei, im Unterschied zum Warmluftofen, nicht die Luft und die Oberfläche von Gegenständen bzw. der Haut beim Menschen, sondern erhitzt „nur“ die Objekte bzw. den Menschen und das in seiner Gesamtheit. Die Strahlungswärme ist vergleichbar mit den Sonnenstrahlen, die sich in Ihrem ganzen Körper ausbreiten und ihre Seele beflügeln. Eine einzigartige Wohlfühlwärme, die besonders im Winter, zumindest in Ihrer Wohnung, die Sonne scheinen lässt.

Neben dem seelischen Wohlbefinden, möchten wir an dieser Stelle unbedingt die positive gesundheitliche Wirkung auf Menschen mit Allergien, Asthma, Herz-Kreislaufproblemen und Stress hinweisen. Außerdem sparen Sie durch die effiziente Wärmeabgabe und Speicherfähigkeit sehr viel Geld durch den sinkenden Brennstoffverbrauch.

Trotz der aktuellen Stilvielfalt fallen hinsichtlich Gestaltung des Kachelofens grob zwei Trends ins Auge. Stile und Trends, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Stand in den unterschiedlichen Epochen einmal der Kachelofen für sich alleine, wurde er ein anderes Mal optisch wieder der gesamten Wohnraumarchitektur angepasst. Heute existieren diese grundlegenden Sichtweisen und Herangehensweisen nebeneinander.

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Gegenwärtig erfolgt einerseits eine Rückbesinnung zu einem klaren und schlichten Design, in dem sich die Ideen und Grundsätze des Bauhausstils wiederspiegeln. Dabei integriert sich der Kachelofen harmonisch in die Wohnraumarchitektur. Gleichzeitig bieten die Funktion und das Material dem Nutzer eine Exklusivität, wie es die Schönheit und Schlichtheit der Form dem Betrachter gönnt. Besonders designorientierte und anspruchsvolle Personen sowie auf zeitlose und unaufdringliche Exklusivität achtende Menschen fühlen sich hier zu Hause.

Eine KachelofeninselAuf der anderen Seite finden sich in vielen Familienhaushalten gemütliche Kachelofen-Inseln, die aus unterschiedlich großen Kacheln bestehen, in denen eine Sitzbank oder eine Liegefläche integriert ist oder andere Gestaltungselemente zum Einsatz kommen. Der Kachelofen steht für sich alleine. Die verschiedenen optischen und funktionellen Einzelteile werden miteinander keramisch verbunden.

Quelle: Hans Nagel. Kachelöfen und offene Kamine.  Grin Verlag.  Februar 2010