Am Anfang war das Feuer

* – AM ANFANG WAR DAS FEUER…
* – Die ersten Keramikteile
* – Rauch & Ruß
* – Fröstelte Friedrich der Große?
* – Vom Prestigeobjekt…
* – …zum (energie)politischen Statement

AM ANFANG WAR DAS FEUER…
Die Anziehungskraft, die Feuer auf uns ausübt, liegt wohl in unseren Genen. Schließlich kann man ohne Übertreibung sagen, dass die Entdeckung des Feuers das Überleben unserer Vorfahren gesichert hat. Von der Feuerstelle in der Höhle war es ein langer Weg bis zu den überwölbten Herdfeuerungen und Backöfen der ersten Jahrtausendwende. Diese waren vor allem im Alpenraum eine Lebensnotwendigkeit, um die klirrend kalten Wintermonate zu überstehen. Wer dann im Mittelalter nicht zu den Ärmsten zählte, der erweiterte seinen Wohnbereich oft schon um eine beheizte Stube mit einem Ofenkörper, der allerdings immer noch vom Küchenherd aus beschickt wurde.

Die ersten Keramikteile
Die ersten Öfen waren aus Lehm und Kalk gebaut und wurden im Lauf der Zeit mit keramischen Bauteilen ergänzt, die einerseits der leichteren Konstruktion und andererseits zugleich auch der Zierde dienten. Schnell merkte man, dass an den (vom Hafner) „verzierten“ Stellen die Wärmeabgabe erheblich besser war. Wer es sich leisten konnte, ließ mehr Keramikbauteile zu einem „Ofen setzen“, ein Umstand, dem der Beruf des Ofensetzers seinen Namen verdankt.
…UND SPÄTER DANN DER KACHELOFEN
Und so begann der Siegeszug des Kachelofens ab dem 14. Jahrhundert von den nördlichen Ostalpen bis nach Versailles und über Ungarn bis nach Rumänien und St. Petersburg. In den Häusern der Adeligen und Patrizier wurden wahre Prunkstücke der Kachelofenkunst errichtet, während die arme Bevölkerung sich schon glücklich schätzte, wenn die Stube mit einem ganz schlichten „Modell“ erwärmt werden konnte.

Rauch & Ruß
Während sich das Aussehen der Kachelöfen den Stilen ihrer Epochen anpasste, blieb die Technik lange Zeit unverändert. Bevor man im 18. Jahrhundert begann, Kachelöfen mit Schornsteinen zu verbinden, war diese Form der Heizung noch wenig romantisch (und auch wenig effektiv). Durch die geöffnete Heiztür entwichen Rauchgase und Ruß. Wenn die Heiztür nach dem Abbrennen des Holzes geschlossen wurde, lag es an der Konstruktion der Wände, wie lange sich die Wärme hielt. Im Idealfall gab es eine Esse als Abzug, andernfalls war es ein Glück, dass die Rauchgase durch undichte Fenster, Türen und Dachkonstruktionen entweichen konnten.

Fröstelte Friedrich der Große?
Die Unzulänglichkeiten dieser Form des Heizens bewogen den deutschen Kaiser Friedrich, einen Wettbewerb über Holzsparöfen auszurufen. Aber erst die Idee, Kachelöfen und Herde an Schornsteine anzuschließen, führte zu einem grundlegenden Umdenken beim Kachelofenbau. Auch die Herstellung von Keramikteilen breitete sich aus, eine Vielzahl von Manufakturen entstand und die Hafner hatten alle Hände voll zu tun.

Vom Prestigeobjekt…
Im 20. Jahrhundert war der Kachelofen dann über viele Jahrzehnte so etwas wie ein Prestigeobjekt für (mindestens) großbürgerliches Ambiente – ganz Im Gegensatz zum ländlichen Bereich, wo der Kachelofen immer schon genutzt wurde und ein gleichwohl traditioneller wie alltäglicher Einrichtungsgegenstand war und ist.

…zum (energie)politischen Statement
Im Zeichen der drohenden Ressourcenknappheit erlebt der Kachelofen in den letzten Jahrzehnten bei umwelt- und energiebewussten Bauherren einen wahren Boom. Die ausgereifte Technologie und die grenzenlosen Möglichkeiten der Gestaltung harmonieren trefflich sowohl mit modernen Bauweisen als auch mit designbewussten Hausbesitzern.

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