modernes Kachelofen-Design und Funktionalität | Ein Gespräch mit Robert Krotz und Felix Winkler

Published on Feb 24th, 2011 by Kachelofenverband | 0

Wie stellen Sie sich einen Kachelofen vor? Bitte schließen Sie jetzt kurz die Augen und warten Sie bis der imaginäre Kachelofen vor Ihren Augen auftaucht. Ist der Kachelofen vielleicht Türkis oder/und dominant im Raum platziert?  Wenn ja, dann wird es höchste Zeit, dass Sie Robert Krotz und Felix Winkler kennenlernen. Die Kachelöfen der beiden sympathischen Hafner zeichnen sich neben Ihrer  erstklassigen FUNKTIONALITÄT vor allem durch die sichtbare Komponente, das DESIGN aus. Hier wird Ihnen Funktionalität und Design auf höchstem Niveau präsentiert. Dabei stehen Robert Krotz und Felix Winkler dem Begriff DESIGN sehr zwiespältig gegenüber.

Interview mit Herrn Krotz und Winkler von off&goWas bedeutet für Sie Design?

Der Begriff Design muss kritisch hinterfragt werden. Heute ist schon alles Design, jedes Geschäft. Der Begriff Design wird sehr inflationär gebraucht. Design ist für uns, wenn es um Substanz geht, um Form, Funktion und Wirkung.

Sie errichten anspruchsvolle Kachelöfen, die harmonisch in die Umgebung integriert sind. Was ist die Philosophie hinter Ihrer Einzigartigkeit, Ihr Erfolgsrezept?

Sehr wichtig ist uns, dass wir Niemanden etwas aufdrücken. Grüne Öfen sind generell nicht zu verteufeln. Wichtig ist uns, dass der Kachelofen stimmig zum Wohnkonzept ist. Das ist ein Qualitätszeichen. Man kommt in den Raum und hat das Gefühl, das passt zusammen. Wir stülpen die Moderne nicht überall drüber, nur dort wo es passt.

Wir lassen uns von Kundenwünschen inspirieren. Finden heraus, wie der Ofenkörper funktionieren kann und bauen dann z. B. mit kubischen Formen die effizientesten Hüllen. Wir benutzen wenig Raum bei maximaler Leistung.

Kachelherd von Felix Winkler und Robert KrotzBesonders interessant ist für uns das Design und die Herangehensweise, wenn wir Neuland betreten. Z. B. den Kachelofen niedrig konzipieren, als Möbelstück selbst, auf dem der Kunde liegen kann. Oder wir hinterfragen die Sockelsituation und erhalten damit planerisch viel Spielraum, z. B. eine Form mit Beinlösung. Wir haben keine Dogmen. Es ist uns wichtig, dass wir beweglich bleiben. Die Herausforderung ist beweglich bleiben, mit Menschen zusammenarbeiten, die räumlichen Gegebenheiten und die technischen Komponente. Das alles fließt in den Ofen ein, mit dem Ergebnis, dass er gefällt.

Wie weit ist der Kachelofen als vollwertiges und energieeffizientes Heizsystem für die Planung moderner Neubauten im Bewusstsein der Architekten und Bauherrn verankert?

Es besteht ja die Möglichkeit mit festen Brennstoffen, den ganzen Wärmebedarf zu decken. Dem Kachelofen in der modernen Architektur Platz zu geben, ist schwierig. Es besteht ein fixes Bild bei Architekten und Kunden, wodurch sich diese dann nicht weiter damit beschäftigen. Architekten bekommen Prospekte und sagen, so etwas kommt nicht in meinen Raum. Die Hafnerbranche selbst muss hier noch viel Überzeugungsarbeit leisten und sich selbstkritisch hinterfragen.

Kachelöfen können sich in die modernste Architektur einfügen und Architektenwünsche können verwirklicht werden. Mit einem Kachelofen hat man mehr Möglichkeiten als mit einem Heizkamin und er ist auch viel flexibler.

Kachelofen von off&goSie arbeiten viel mit Architekten zusammen. Welche Trends gibt es seitens der Architektur und im Zusammenhang mit Kachelöfen?

Nach den 80er Jahren haben die Kachelöfen abgespeckt, da waren Monster im Raum. Derzeit gibt es eine gute Entwicklung in der Architektur. Sie wird einfacher und ressourcenschonender. Steinmaterialien aus Indien sind oft günstiger als heimische Steinmaterialien. Dies ist zu hinterfragen und hier muss ein volkswirtschaftliches Bewusstsein geschaffen werden. Junge Architekten haben bereits dieses Bewusstsein.

Der Kachelofen hat eine sehr lange Lebensdauer. Wie begegnen Sie dieser designtechnischen Herausforderung?

Wir finden heraus, welche Erwartungen der Kunde hat,  wie der Mensch ist. Es ist eine Zusammenarbeit mit dem Kunden. Der Kachelofen ist über Jahrzehnte beständig. Die Mischung ist wichtig:  die Erwartungen des Kunden treffen und dabei nicht zu auffällig werden. Experimentieren können wir in Ateliers, dort wo viel Raum zur Verfügung ist. Sonst nehmen wir die Formensprache zurück.

Kachelofen Berlin off&goGibt es Materialien, die Sie bevorzugt einsetzen? Gibt es auch hier Trends und Innovationen?

Bei Baumaterialien hat es viel Entwicklung gegeben, viele neue wurden erfunden. Der Baustoff Nr. 1 ist und bleibt aber der Lehm. Der ist sensationell. Sie brauchen dafür nicht weit gehen. Lehm ist ungebrannter Ton (Erde).

Wir arbeiten mit dem besten Material: Die KACHEL, in glasierter Form. Diesen Ofen berührt man durch die glatte Oberfläche sehr gerne, er ist wie ein Freund. Damit macht das Arbeiten eine richtige Freude. Bei glasierter Ware handelt es sich um hochpreisige Produkte. Für Menschen mit weniger Geld finden wir auch eine Lösung, z. B. einen Ofen mit Sichtschamotte.

Der Kachelofen hat eine lange Tradition und beruht auf einfachen Prinzipien. Wir besinnen uns auch gerne auf unsere Vorväter um die Jahrhundertwende und damit auf Solitäröfen zurück. Öfen, die für sich gestanden sind. Ihre Formsprache war klar und simpel.

Wir fühlen uns zur modernen Architektur hingezogen. Andererseits haben wir genauso viel Spaß im alten Bauernhaus, wo wir einen Herd und einen Grundofen bauen, die dann aussehen, als würden sie schon 200 Jahre drinnen stehen. Es muss stimmig sein, passen und Sinn haben. Es macht glücklich und Spaß, sinnvoll zu bauen. Wir lieben diese Herausforderung und jedes Projekt bringt etwas anderes mit. Auf die Unterschiede eingehen. Das ist das Spannende.

Über off&go

Mehr Informationen über off&go finden Sie auf http://www.ofenkoerper.at.

Dein Kommentar

Werde ein Fan vom Kachelofenschliessen
oeffnen