Ofen an: Kachelofen oder Heizkamin?

Published on Dez 10th, 2018 by Verena Waltner | 0

Wenn der Winter Einzug ins Land hält, die Tage kürzer und kühler werden, sehnen sich die Menschen nach einem wohligen Ofenfeuer in den eigenen vier Wänden. Damit bei der Wahl des Traumofens die richtige Entscheidung getroffen wird, müssen die jeweilige Wohnsituation und die Anforderungen der Nutzer beachtet werden.

Knisterndes Scheitholz, Flammenspiel und behaglicher Wärmespender: Das Ofenfeuer hat noch lange nicht ausgedient, erfüllt es doch es als Haupt- oder Zusatzheizung zahlreiche Bedürfnisse der Nutzer: „In Zeiten von modernen Heizformen, wie Wärmepumpen, sehnen sich die Bewohner nach einer spürbaren Wärmequelle, einem Ofen zum Anlehnen“, weiß Thomas Schiffert, Geschäftsführer des Österreichischen Kachelofenverbandes. „Außerdem stillt es die Ur-Sehnsucht des Menschen nach Feuer und macht unabhängig bei Stromausfällen.“

Dauerhafte Wärme oder Feuererlebnis?

Bei der Auswahl des richtigen Ofens hilft ein Kriterium: Geht es primär um das Heizen oder um das Feuer schauen? Wünscht man sich großes Flammenkino, so ist man mit einem Heizkamin gut bedient. Steht effizientes Heizen mit dauerhafter, milder Wärmeabgabe im Vordergrund, ist der Kachelofen die richtige Wahl.

Massiv und wohltuend

Kachelöfen werden seit jeher vom Hafner in Handarbeit gesetzt. Seinen Namen verdanken sie den Ofenkacheln, die nicht nur schmückendes Beiwerk sind, sondern die Wärme stundenlang abgeben. Der Grund dafür liegt im Inneren des Kachelofens. Der massive Wärmespeicher lädt sich rasch unter großen Temperaturen auf und gibt die Strahlungswärme stundenlang und langsam wieder ab. „Diese Wärmestrahlung wird als besonders mild empfunden, da sie tief in die unteren Hautschichten eindringt und die Raumluft nicht erhitzt“, so der Experte. Meist reicht ein Nachlegen der Holzscheite 1mal pro Tag.

Individuelle Freiheit

Der Kachelofen kann sehr individuell nach den Wünschen des Besitzers gestaltet werden. Je nach Wärmebedarf variiert die Größe des Ofens; bei den Formen und der Gestaltung gibt es unzählige Möglichkeiten. Großflächige Kacheln in erdigen Farben liegen im Trend, aber auch strukturierte Kacheln feiern ein Revival. „Seit einigen Jahren gibt es Kachelöfen auch mit Sichtfenster“, so Schiffert.

Schnelle Wärmeabgabe

Der Heizkamin verfügt über eine große Glasscheibe und einen Wärmespeicher. Das Sichtfenster kann hier sogar um die Ecke gehen. Im Vergleich zum Kachelofen muss beim Heizkamin häufiger Holz nachgelegt werden, um die Wärme zu erhalten. Das auffallende Feuererlebnis steht klar Vordergrund.

Prinzipiell ist keine Wohnform von einem Kachelofen oder Heizkamin ausgeschlossen. „Ein Kachelofen ist sogar im Niedrigenergie- oder Passivhaus möglich“, erklärt Schiffert. Voraussetzung ist aber immer ein Rauchfang. „Und in jedem Fall sollte der Hafner rechtzeitig kontaktiert werden, der über Zu- und Abluft und Statik informiert – denn ein Kachelofen wiegt viele hundert Kilo.“