Sprosse für Sprosse zum neuen Qualitätsgipfel

Published on Sep 27th, 2010 by lordrieger | 0

Wer hoch hinaus will tut gut daran, eine Sprosse nach der anderen zu nehmen. Das genau tut der KOV gerade und hat dabei nicht mehr und nicht weniger vor, als die gesamte Hafnerschaft sozusagen als Seilschaft mitzunehmen. Gemeinsam wollen wir nämlich einen bisher noch nicht erklommenen Qualitätsgipfel erreichen. Das ist in der Tat eine Herausforderung.Wenn ich mich schon in eine solch alpinistische Wortwahl versteige, kann ich auch gleich die dazu passenden Beispiele einfügen: Für Bergsteiger ist derzeit der K2 das Ziel der Ziele.

Gerlinde Kaltenbrunner aus Oberösterreich, die schon 13 der 14 Achttausender bestieg, ist bisher am zweithöchsten Berg der Welt gescheitert. Der Brixener Reinhold Messner schaffte es aber schon vor Jahren – und noch dazu ohne Sauerstoff. Er wollte ” das Bergsteigen in eine neue Dimension katapultieren“. Das wollen wir auch. Nur: Unser Ziel trägt nicht das Kürzel „K2“, sondern „UZ 37“. Dahinter verbirgt sich die Richtlinie für Holzheizungen, die sich für das Österreichische Umweltzeichen qualifizieren.

„Die Verwendung von naturbelassenem Holz, Hackgut und Presslingen (Briketts, Pellets) für die Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasser war und ist ein wichtiger Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften. Um eine möglichst umweltfreundliche Nutzung dieser Energieträger zu erreichen ist es notwendig, emissionsarme Feuerungen mit hoher Energieausbeute einzusetzen.“ Mit diesen beiden Sätzen fängt besagte Richtlinie ganz harmlos an.

Nach dieser Einleitung wird aber auf 15 Din A4 Seiten minutiös beschrieben, was sich das Lebensministerium als Initiator und der Verein für Konsumenteninformation (VKI) als Abwicklungsbeauftragter unter der Umsetzung des zitierten Anspruches vorstellen. Da geht’s dann nämlich im Detail um so Dinge wie Wirkungsgrad und Abstrahlverluste, Emissionen, Brandschutz, Rohstoffe, Produktion, Verpackung, Normenprüfung, Herstellerdienstleistungen und so weiter und so fort.

Schlicht: Es ist eine sehr umfangreiche Liste.
Das Schöne daran: Die österreichischen Hafner erfüllen schon lange viele der dort dargestellten Voraussetzungen für dieses Umweltzeichen, das man getrost als höchstes Qualitätssiegel bezeichnen kann. Einige Punkte liegen aber über den bisher üblichen Kriterien. Und zwar vor allem bei Emissionen. Deshalb bemühen sich die Mitarbeiter der VFH im Kachelofenverband zur Zeit darum, einen individuell gestaltbaren Brennraum zu entwickeln, der es den Hafnern ohne gravierende Veränderungen in der praktischen Arbeit ermöglicht, Kachelöfen zu setzen, die den strengen Richtlinien entsprechen. Die ersten Versuche dazu sind im Gange und die Ergebnisse sehr vielversprechend.

Nun sagte ich eingangs, dass der Verband die Hafnerschaft als Seilschaft mitnehmen möchte. Das heißt: Die Betriebe sollen selbst auch als UZ-37-Betrieb (Träger des Umweltzeichens) positioniert werden. Es reicht also nicht, die technischen Voraussetzungen bereitzustellen, sondern auch bei den organisatorischen Vorgaben zu helfen, die von den Betrieben erfüllt werden müssen. Dazu zählen unter anderem Abfallwirtschaftskonzepte, regelmäßige Weiterbildung für die Mitarbeiter oder auch gewisse Kriterien für die Dokumentation der Öfen. Als Verband sehen wir es dabei als unsere Aufgabe an, diese Dinge so aufzuarbeiten, dass sie aus der Praxis für die Praxis von jedem gewissenhaften Hafner einfach umgesetzt werden können.

Lassen Sie mich zu meinem Alpinbeispiel zurückkommen: es mag ein heres Ziel für Bergsteiger sein, den K2 zu erklimmen. Aber es wird (auch für eine Frau Kaltenbrunner) nicht wirklich lebensbedrohend sein, wenn das nicht gelingt. Das ist der Unterschied zu unserem Gipfelanspruch: Da kann es nämlich entscheidend werden, diese UZ 37 und damit dasQualitätssiegel sozusagen im Sack zu haben. Wir gehen nämlich davon aus, dass die in der Richtlinie vorgegeben Werte und Ansprüche früher oder später Voraussetzungen auch für Förderungen werden. Dann geht es um das Geld unserer künftigen Kunden und damit umKaufentscheidungen. Deshalb eben klettern wir Richtung Gipfel. Genau wie Bergsteiger des Ausblicks wegen. Und zwar wegen des Ausblicks in eine gesicherte Zukunft unserer Branche.

Wolfgang Kippes