Unruhen bei Arabern treibt Heizölpreis zu neuem Rekordhoch

Published on Apr 11th, 2011 by Johannes Mantler | 0

Holzpreis gleichbleibend niedrig – Versorgungssicherheit bei uns gesichert

Der jüngste Vergleich der Heizkosten für die gängigen Energieträger des Österreichischen Kachelofenverbandes (KOV) vom April 2011 zeigt, dass sich der Heizölpreis in Richtung auf das Rekordhoch von 2008 entwickelt. Darauf hat auch die Arbeiterkammer in einer Aussendung hingewiesen.  Sie hat berechnet, dass Haushalte derzeit für eine 3.000 – Liter – Tankfüllung um 667 Euro mehr auslegen müssen, als im März 2010. Die Berechnung des KOV weist allein für das vergangene Halbjahr einen Anstieg der Jahresheizkosten bei Öl um rund 400 Euro aus.
Der Hauptgrund für die Verteuerung der Heizkosten bei uns liegt im Nahen Osten. Während die Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC) mit Sitz in Wien allgemein bekannt ist, kennt kaum jemand die OAPEC (Organization of Arab Petroleum Exporting Countries). Ihr gehören elf Mitglieder an: Die vier Länder mit den größten Erdölvorräten der Welt Saudi Arabien, Irak, Kuweit und die Vereinigten Arabischen Emirate. Dazu Ägypten, Algerien, Bahrain,. Katar, Libyen, Syrien und Tunesien. In sieben dieser Erdölgroßmächte gibt es Unruhen. In Libyen (woher Österreich zum Teil mit eigenen Förderanlagen der OMV einen beträchtlichen Teil des Öls importiert hat) ist die Förderung inzwischen völlig zum Erliegen gekommen. Umsturzversuche und Proteste in den anderen Ländern haben den Weltmarkt beunruhigt. Die Folge sind die hohen Sprit- und Heizölpreise bei uns.

Abgesehen von den Preisen ist – wie am Beispiel Syrien deutlich wird – die Versorgungssicherheit wieder einmal nicht gegeben. Deshalb weist der KOV erneut darauf hin, dass nur jene auf der sicheren Seite sind, die mit heimischem Holz heizen. Das entspricht auch den Zielen des Umweltministeriums, das ein energieautarkes Österreich anstrebt. Das Scheitholz in diesem Zusammenhang die sicherste und preisgünstigste Alternative ist, zeigt die neueste Studie des KOV besonders eindrucksvoll.

Holzheizer sind Sparmeister

Derzeit zahlen Ölheizer um 1.407 Euro (180%) mehr im Jahr für ihren Brennstoff als jene, die auf Scheitholz setzen. Nicht viel besser sieht es beim Erdgas aus: Die Kosten sind hier um rund 60 Prozent höher als bei Scheiten. Wer mit Holz heizt, spart also weit mehr als die Hälfte der jährlichen Brennstoffkosten, die für Öl ausgegeben werden müssten. Grundlage für diesen Jahresbrennstoffkosten-Vergleich für unterschiedliche Heizsysteme ist übrigens ein Einfamilienhaus mit 200 m2 Wohnnutzfläche und einem errechneten Energieverbrauch von 100 kWh/m2. Verglichen wurden die Heizkosten bei Verwendung von Heizöl – extra leicht, Erdgas, Strom, Holzpellets und Scheitholz für ein ganzes Jahr. Die Grafik zeigt das Ergebnis in Euro, wobei die jeweils zu zahlenden Steuern in die Gesamtkosten eingerechnet wurden.

Im Gegensatz zu manchen anderen Darstellungen hat der Österreichische Kachelofenverband bei dieser Studie nichtnur einfach die Kosten der Energieeinheiten gegeneinander aufgerechnet. Wie die folgende Grafik zeigt, wurde auch berücksichtigt, wie viele Kilowattstunden (kWh) die jeweilige Einheit bringt und wie hoch dabei der Wirkungsgrad ist. Denn erst wenn diese Kenngrößen zusätzlich eingerechnet werden, kann man die Kosten einer bestimmten Energieleistung – sprich: die tatsächlich gelieferte Wärme im Haus – auf den Cent genau angeben.

Interessant ist natürlich auch die Entwicklung der Kostenfaktoren in den letzten Jahren. Es sind starke Schwankungen besonders beim Heizöl feststellbar. Auch Pellets hatten eine Hochpreisphase. Die lag allerdings daran, dass es zuviel Nachfrage und zu wenig Ressourcen in der Produktion gab. Das hat sich aktuell wieder erledigt. Deshalb sieht die Entwicklung bei den unterschiedlichen Energieträgern in den vergangenen fünf Jahren folgendermaßen aus:

Ein Kachelofen macht aber abgesehen vom Spareffekt auch noch unabhängig von der Versorgung mit fossilen Brennstoffen, Strom oder Fernwärme und ist damit ein wichtiger Beitrag zur Krisensicherheit. Auf eine individuelle Heizstätte zu verzichten, kann bei einem Stromausfall, Versorgungsengpässen oder einem Ausfall des örtlichen Fernwärmenetzes ziemlich unangenehm werden.

In der Übergangszeit kann der Kachelofen meist überhaupt die allenfalls bestehende Zentralheizung ersetzen. In dieser Zeit – das sind etwa drei bis fünf Monate im Jahr – reicht eine wesentlich geringere Heizleistung für die Beheizung weniger Räume aus. Der Kachelofen hilft also auch hier durch seinen hohen Wirkungsgrad (die Wärme wird dort erzeugt wo sie auch abgegeben wird) Geld sparen und stellt damit eine ideale Alternative oder Ergänzung dar.