Warmluftkachelofen und Kachelgrundofen. Wo liegt der Unterschied?

Published on Sep 23rd, 2011 by Kachelofenverband | 0

Gerade wenn Sie sich noch nie mit Kachelöfen beschäftigt haben und Sie sich nun für den Kauf eines Kachelofens interessieren, werden Sie es merken: Kachelofen ist nicht gleich Kachelofen! Denn unter dem Begriff „Kachelofen“ werden sowohl der Warmluftkachelofen als auch der Kachelgrundofen angeboten. Beide sind auf den ersten Blick zwar Kachelöfen und werden auch als solche verkauft, sind aber in Ihrem Aufbau, in der Wärmeabgabe und in ihrer Wirkung sehr unterschiedlich.

Der Warmluftkachelofen besteht aus einem Metalleinsatz, der mit Kacheln oder Mauerwerk optisch aufgeputzt wird. Der Metalleinsatz wird mit einem Mantel, einer Zwischenschicht,  überzogen, der die Wärme erst an die Kacheln weitergibt. Der größte Anteil der Wärme wird jedoch über ein Luftkreislaufsystem in Form der Konvektionswärme in den Raum abgegeben.

Ein optisches Merkmal sind die Schlitze, durch welche die heiße Luft direkt in den Raum geführt wird. Aufgrund seines Metalleinsatzes ist er bekannt für seine rasche Wärmeabgabe. Diese geht jedoch zu Lasten einer geringen Speicherleistung und einer trockenen, heißen Luft, die zudem mit Staub angereichert wird. Der Vorteil ist die schnelle Erwärmung des Raumes.

Der heutige echte Kachelofen, der Kachelgrundofen, ist das Ergebnis einer Jahrhunderte langen Entwicklung. Er enthält keinen metallischen Heizeinsatz und wird durch den natürlichen Baustoff Schamotte gesetzt.

Die keramischen Materialien werden durch das Feuer aufgeheizt. Die Wärme wird direkt an die Kacheln weitergeleitet. Sie wird anschließend als gleichmäßige Strahlungswärme abgegeben. Durch die Strahlungswärme werden statt der Luft nur feste Körper erhitzt, wodurch die Aufwirbelung von Staub verhindert wird. Der echte Kachelofen heizt zwar langsamer auf, speichert jedoch die Wärme typischer Weise 12 Stunden.

Quelle:

Hans Nagel. Kachelöfen und offene Kamine.  Grin Verlag.  Februar 2010

Roswitha Heinrich. Im Ofenbau verwendete Materialien – ein terminologischer Sprachvergleich (Deutsch–Französisch)“. Diplomarbeit. Universität Wien